Jean-Luc Moerman Ohne Titel (Le suicide de Lucrèce 1535; Cranach d. Ä.), Detail, 2009 Olbricht Collection © Jean-Luc Moerman

Comeback

Kunsthistorische Renaissancen

20.07.2019 - 10.11.2019

Zeiten des Umbruchs erzeugen den Wunsch nach Orientierung in der Vergangenheit. Dementsprechend hat alles Historische in unserer Gegenwart Konjunktur: In der Werbung, Mode und Filmwelt wird das „Alte“ als das Authentische in Opposition zu einer in Massen produzierten Einheitskultur in Stellung gebracht und nicht selten nostalgisch verklärt.

Auch in der Bildenden Kunst feiert die Kunstgeschichte ein Comeback. Wurden in den 1980er Jahren unter dem Stichwort der „Appropriation Art“ von den Künstlern vor allem Traditionen des 20. Jahrhunderts zitiert, ist seit einigen Jahren eine Orientierung an alten Meistern und kunsthistorischen Techniken zu erkennen.

Künstler und Künstlerinnen kopieren und verfremden Gemälde vergangener Epochen nicht nur, sondern reagieren heute in freierer und spielerischer Art und Weise auf die in alten Werken gespeicherten „mnemischen Energien“ (Aby Warburg). Nicht selten versuchen sie, das kollektive Erbe auch durch performative Strategien sowie durch fotografische und filmische Medien für die Gegenwart zu vergegenwärtigen.

Das Ausstellungsprojekt stellt die kunsthistorischen Renaissancen in einer Überblickausstellung vor und dokumentiert diese in einem umfangreichen Katalogband.

 

Kuratorin

Nicole Fritz