Monsengo Shula, Roi satellite, 2012, Farida and Henri Seydoux Collection © westudio.fr

Congo Stars

09.03.2019 - 30.06.2019

Die Demokratische Republik Kongo gilt als eines der reichsten Länder der Welt, wenn man es hinsichtlich seiner Bodenschätze und Naturvorkommen betrachtet. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Landes gehören hingegen zu den ärmsten Afrikas. Diese Schieflage ist das nach wie vor unveränderte Ergebnis kolonialistischer Übernahme, diktatorischer und gewinnmaximierender Ausbeutung und Korruption. Allen Widrigkeiten zum Trotz gibt es im Kongo ein reiches künstlerisches Leben, das Musik, Literatur, Performance, Theater, Gebrauchskunst, Malerei, Skulptur, Architektur und Alltagskultur miteinander und unter wechselseitigem Einfluss verbindet. In der peinture populaire, der populären Malerei, die aus dem Volk entstand und für das Volk wirken sollte, verbildlichten Künstlerinnen und Künstler kritisch, ernst, nachdenklich und humorvoll das Alltagsleben, ihre Spiritualität, die Verbrechen der Kolonialmächte, sowie die gegenwärtige politische Lage weltweit.

In Kinshasa malten Künstler wie etwa Chéri Cherin, Chéri Samba oder Moke politische und soziale Ereignisse, interpretierten das Treiben auf der Straße wie das Barleben oder die Musikszene. Heute sind sie auch außerhalb der Demokratische Republik Kongo gefeierte Stars auf dem Kunstmarkt. Die Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen versammelt neben den internationalen auch die lokalen Stars der kongolesischen Kunstszene. Entlang eines thematischen Parcours reflektiert die Schau die nationale und internationale Bedeutung der populären Malerei aus dem Kongo und dehnt in einem weiteren Schritt den Blick europäischer Kunstrezeption auf Kulturschaffende in afrikanischen Ländern aus.

Künstlerinnen und Künstler

Abis, Alfi Alfa, Sammy Baloji, Gilbert Banza Nkulu, Chéri Benga, Bodo, Vitshois Mwilambwe Bondo, Burozi, Dominique Bwalya Mwando, Chéri Cherin, Trésor Cherin, Djilatendo, Ekunde, Sam Ilus, Jean Kamba, Lady Kambulu, Eddy Kamuanga Ilunga, Kasongo, Jean Mukendi Katambayi, Aundu Kiala, J.P. Kiangu, Bodys Isek Kingelez, Ange Kumbi, Hilaire Balu Kuyangiko, Londe, Albert et Antoinette Lubaki, Gosette Lubondo, Ernest Lungieki, George Makaya Lusavuvu, Tinda Lwimba, Michèle Magema, Maurice Mbikayi, Maman Masamba, Matanda, Mbuëcky Jumeaux, JP Mika, Mega Mingiedi Tunga, Moke, Moke-Fils, Gedeon Ndonda, Nkaz Mav, Vincent Nkulu, Vuza Ntoko, Chéri Samba, SAPINart, Monsengo Shula, Sim Simaro, Maître SYMS, Tambwe, Tshibumba Kanda Matulu, Pathy Tshindele Kapinga, Tuur Van Balen & Revital Cohen u. v. m.

Kuratorinnen und Kuratoren

Sammy Baloji, Bambi Ceuppens, Fiston Mwanza Mujila, Günther Holler-Schuster und Barbara Steiner

In Kooperation mit dem Königlichen Museum für Zentralafrika Tervuren, dem Kunsthaus Graz, dem Iwalewahaus in Bayreuth und PICHA in Lubumbashi.

Katalog

Zur Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König ein umfangreicher Katalog auf Deutsch und Englisch.

 

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