Ausstellungen

Wer malt denn da?

Die Kunsthalle Tübingen ist wieder mit einer Installation der Medienkünstlergruppe Lunar Ring geöffnet.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Kunsthalle Tübingen die Ausstellung Herzstücke. Sammlung Kunsthalle Emden auf Anfang 2022 verschieben und die Meisterwerke aus Emden konnten nicht ins Schwäbische reisen. Nicht anreisen, da bereits in Tübingen vor Ort, mussten die medialen Werke der Medienkünstlergruppe Lunar Ring. Die vier in Tübingen ansässigen Wissenschaftler haben in den letzten Wochen auf die Ausstellung Herzstücke reagiert und auf der Grundlage der Meisterwerke aus Emden neue visuelle Phänomene generiert, die die in der Ausstellung angelegten expressive Linie der Kunst des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart verlängern.

Lunar Ring – das sind Mirko Franjic, Niklas Fricke, Alexander Loktyushin und Johannes Stelzer. Die aus unterschiedlichen Sparten stammenden vier Tübinger Wissenschaftler hatten sich im letzten Jahr zur Medienkünstlergruppe zusammengeschlossen. Gemeinsam erforschen sie die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten der KI-Technologie.

Mittels eines KI-Verfahrens, das auf Neural Style Transfer aufbaut, wurden die Highlights der Sammlung zu digitalen Visuals verknüpft. Gleich einem Bewusstseinsstrom spiegelt uns beispielsweise die Medienarbeit 1902-2012 damit den roten Faden der ausdrucksstarken Kunst von den Expressionisten, über die CoBrA– und SPUR-Künstler bis zu den jungen Wilden der 1990er Jahre wider. Die auf diese Art und Weise im wahrsten Sinne des Wortes mittels Technik »verflüssigte« Malerei von Max Pechstein, Asger Jorn oder Salomé erhält nicht nur eine atmende Präsenz, sondern scheint auch ein Eigenleben zu entwickeln, das nicht zuletzt die Magie selbstlernender Systeme auf faszinierende Art und Weise anschaulich macht.

 

 

Wir danken der Kunsthalle Emden für die Kooperation

 

Die Medieninstallation von Lunar Ring wird gefördert von

      

 

SUPERNATURAL

Nach der Ausstellung ALMOST ALIVE, die hyperrealistische Skulpturen der Pioniergeneration bis zur Jahrtausendwende präsentierte, fragt die Ausstellung SUPERNATURAL nach der Zukunft der Körperlichkeit im Zeitalter des Anthropozän.

Angesichts der technologischen Entwicklung in der Biogenetik wird der Mensch zukünftig in der Lage sein, alles Lebendige, die Natur, die Tierwelt und die Ebenbilder des Menschen existenziell zu verändern. Wie werden die Körper der Zukunft aussehen? Wer oder was werden wir sein? In welcher Umwelt werden wir leben? Die Ausstellung SUPERNATURAL gibt Antworten aus dem Bereich der hyperrealistischen und realistischen Skulptur.

Die zukunftsweisenden Werke reflektieren nicht nur Auswirkungen der digitalen Revolution und der Gentechnik auf den »posthumanen« Menschen und die Umwelt, sondern veranschaulichen auch durch hybride Eigenschöpfungen, dass die Grenzen zwischen Natur und Kultur heute fließend geworden sind. Auch bei der Entwicklung neuester hyperrealistischer Skulpturen kommen zunehmend technische Innovationen zum Tragen.

Indem die Künstlerinnen und Künstler ihre Herstellungsverfahren mittels 3-D-Druck perfektionieren und die skulpturalen Grenzen in Richtung Robotik und synthetische Biologie erweitern, eröffnen sich damit nicht zuletzt auch für sie neue Gestaltungsmöglichkeiten zwischen Artefakt, Biologie und Technik.

 

Konzept von Nicole Fritz

 

Kuratiert von Nicole Fritz und Maximilian Letze

 

Gefördert von

Daniel Knorr

DANIEL KNORR (1968 Bukarest) zählt zu den innovativsten Konzeptkünstlern seiner Generation. Die ortspezifischen Installationen des Biennale- und documenta-Teilnehmers sorgten in der Vergangenheit für viel Aufsehen. So ließ er anlässlich der documenta 14 weißen Rauch aus dem Zwehrenturm über Kassel aufsteigen und löste 2005 mit einem ›leeren‹ Pavillon, mit dem er sein Heimatland Rumänien bei der Biennale in Venedig vertrat, eine politische Debatte aus.

Neben den Projekten im öffentlichen Raum hat der heute in Berlin und Hongkong lebende Künstler seit den 1990er Jahren ein vielseitiges Oeuvre geschaffen, das neben Fotografie, installativ-skulpturalen Arbeiten auch Performances und partizipatorische Aktionskunst umfasst. Da Daniel Knorrs Werke in den letzten Jahrzehnten zwar auf Ausstellungen, Kunstmessen und im öffentlichen Raum zu sehen waren, aber ein Blick auf das Gesamtwerk bislang fehlt, zeigt die Kunsthalle Tübingen die deutschlandweit erste umfassende Ausstellung des Künstlers mit dem Schwerpunkt auf seinen neuesten Werkgruppen.

Kuratiert von Nicole Fritz

 

Mit freundlicher Unterstützung von

 

Download Broschüre zur Ausstellung

Bettina Pousttchi. Block

Was ist das kulturell Spezifische an der Stadt Tübingen und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner? Was gibt der Region ihr Gesicht? Da Künstlerinnen und Künstler von Natur aus der eigenen Kultur sowie fremden Kulturen ganz allgemein mit der Distanz des Forschenden begegnen, sind sie interessante Dialogpartner für derartige Fragen.

Seismographisch reagieren sie mit dem Blick des Fremden auf die spezifisch, sinnlichen Qualitäten ihrer Umgebung und materialisieren ihre Beobachtungen und Erfahrungen in ihren künstlerischen Werken. Unter dem Format AUSSER HAUS erweitert die Kunsthalle Tübingen 2019 erstmals ihre Aktivitäten in den Stadtraum und schlägt Brücken in die Nachbarschaft. Als Reisende im Körper der Stadt wird als erste Künstlerin der Reihe Bettina Pousttchi (geb. 1971) eingeladen, Ort-spezifisch, auf den sozialen und kulturellen Raum zu reagieren. Die in Berlin lebende Künstlerin ist bekannt für ihre weltweit realisierten Fassadenarbeiten, die durch einen fotografischen Transfer einen Bezug und ein Bewusstsein für einen spezifischen Ort schaffen. In Tübingen wird die Hochhaus-Architektur gegenüber der Kunsthalle zum Ausgangspunkt ihrer Intervention, die im Sommer 2019 als Projekt im öffentlichen Raum zu sehen sein wird.

 

Mitmachen

Erstellen Sie Ihre persönliche Ansicht der realisierten Arbeit BLOCK von Bettina Pousttchi als Foto oder Zeichnung. Oder betätigen Sie sich selbst als Fassadenkünstler, was hätten Sie mit der freien Fläche gemacht? Unter diesem Link können Sie das Bild des Hochhauses für die Mitmach-Aktion der Kunsthalle Tübingen herunterladen: Hochhaus Wanne_Foto: Bettina Pousttchi

Teilen Sie Ihren Eindruck mit der Kunsthalle Tübingen, per E-Mail, Post oder auf Instagram und Facebook mit #kunsthalletuebingen oder #bettinapousttchi. Am Ende der Ausstellung präsentieren wir die besten Beiträge auf unserer Homepage. Es warten tolle Preise auf Sie!

 

Kuratorin

Nicole Fritz

Tanz! Max Pechstein

…so ein Körper gibt doch mehr Anregung, als eine Landschaft es zu tun vermag,…

Max Pechstein 1908

Der Tanz erlebt Anfang des 20. Jahrhundert eine ungeahnte Blüte. Als sinnliche Gegenkraft und unmittelbares Ausdrucksmedium inspiriert er die Kunst und das kulturelle Leben. Unter den Expressionisten war es vor allem auch Max Pechstein (1881-1955), der den Tanz als Inbegriff von Bewegung und individuellem Ausdruck zum wichtigen Sujet erhob. Das Thema des Tanzes durchzieht das Werk des Brücke-Künstlers, der selbst leidenschaftlich getanzt hat, wie einen roten Faden.

In Kooperation mit den Kunstsammlungen Zwickau wendet sich das Ausstellungsprojekt erstmals der Bedeutung des Tanzes im Werk des bedeutenden Expressionisten zu. Tanz, Varieté und Zirkusdarstellungen, in denen Bewegung und Unterhaltungskultur verschmelzen, werden erstmals genauer in den Blick genommen und auf ihre stilistische und inhaltliche Funktion im Werk von Max Pechstein befragt. Ausgehend von den expressionistischen Tanzdarstellungen, über die exotischen rituellen Tänze aus Palau, die Darstellungen der Gesellschaftstänze der Goldenen 1920er Jahre, die Pechstein in Berlin erlebte, bis zu den Erinnerungen an Palau in seinem Spätwerk werden rund 70 Arbeiten in Form einer chronologisch-thematischen Präsentation vorgestellt.

Ergänzt werden diese darüber hinaus in der Tübingener Präsentation mit ausgewählten Tanzdarstellungen anderer Expressionisten sowie kulturhistorischen Exponaten. So werden die Werke mit Fotografien, Filmen und historischen Kostümen in Dialog gebracht, um die Faszination des Expressionisten Max Pechstein für die Unterhaltungs- und Tanzkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Crossover der Medien zu veranschaulichen.

 

Ein Ausstellungsprojekt in Kooperation mit den Kunstsammlungen Zwickau,

Max Pechstein Museum

 

Kuratorinnen

Annika Weise und Nicole Fritz

 

Download der Broschüre zur MAX-PECHSTEIN-Ausstellung (PDF_733 KB)

Santiago Sierra

Korpys / Löffler

Birgit Brenner

Shirin Neshat

Die Tübinger Kunsthalle – Außer Haus

Was ist das kulturell Spezifische an der Stadt Tübingen und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner? Was gibt der Region ihr Gesicht? Ist es das, was man in den Hochglanzbroschüren der Tourismusindustrie lesen kann, oder vielleicht doch etwas anderes?

Da Künstlerinnen und Künstler von Natur aus der eigenen Kultur sowie fremden Kulturen ganz allgemein mit der Distanz des Forschenden begegnen, sind sie interessante Dialogpartner für derartige Fragen. Seismographisch reagieren sie mit dem Blick des Fremden auf die spezifisch, sinnlichen Qualitäten ihrer Umgebung und materialisieren ihre formalen, sozialen, politischen historischen Beobachtungen und Erfahrungen in ihren künstlerischen Werken.

Unter dem Format Außer Haus erweitert die Kunsthalle Tübingen ihre Aktivitäten in den Stadtraum und schlägt Brücken zu den Bewohnern. Als Reisende im Körper der Stadt werden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die Stadt Tübingen zu besuchen und ortspezifisch, auf den sozialen und kulturellen Raum mit Projekten zu reagieren.