SISTERS & BROTHERS

Geschwister in der Kunst

19.11.2022 - 16.04.2023

Wir alle sind in Familien aufgewachsen und auch wenn wir diese als Heranwachsende verlassen, bleiben wir meistens weiterhin mit unserer Ursprungsfamilie in Kontakt. Was wir in unserer ›Familie‹ erleben, ob wir Einzelkinder sind oder Geschwister haben, hat Auswirkungen auf unser gesamtes Leben. Überraschenderweise jedoch wurde die längste und nicht selten intensivste Beziehung im Leben eines Menschen – die Geschwisterbeziehung – bislang in den Wissenschaften kaum erforscht und noch nie zum Thema einer Ausstellung gemacht. Mit der Ausstellung SISTERS & BROTHERS. GESCHWISTER IN DER KUNST dokumentiert die Kunsthalle Tübingen das emotionale Thema der Geschwisterbeziehung in der bildenden Kunst erstmals umfassend.

Aus kulturhistorischer Perspektive machen die gezeigten Gemälde, Skulpturen, Objekte und Videos die Veränderung der Geschwisterdarstellungen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart anhand eines chronologischen Parcours anschaulich. Dieser führt vom schönen Schein der Genremalerei über das romantische und bürgerliche Geschwisterbild bis zu zeitgenössischen Darstellungen.
Gezeigt wird nicht zuletzt, dass Künstlerinnen und Künstler die historischen Geschwisterdarstellungen in ihren Werken heute nicht nur kritisch und ironisch brechen, sondern darüber hinaus eigene »Tiefenbohrungen« unternehmen, die auch die herausfordernden Seiten in den Beziehungen von Geschwistern ausleuchten.

Eine Ausstellung der Kunsthalle Tübingen in Kooperation mit Lentos Kunstmuseum Linz

 

Kuratorin:

Dr. Nicole Fritz

 

Gefördert von:

Christian Jankowski

02.07.2022 - 30.10.2022

CHRISTIAN JANKOWSKI (*1968 Göttingen) zählt zu den einflussreichsten Aktions- und Konzeptkünstlern seiner Generation. Insbesondere mit seinen subversivironischen Performances und Aktionen überrascht er die internationale Kunstwelt bis heute immer wieder von neuem.

Seinen unverwechselbaren künstlerischen Ansatz entwickelte er im Kontext der partizipativen Aktionskunst der 1990er Jahre, die von einer gesellschaftspolitisch engagierten Praxis geprägt war. Jankowski weitet die Grenzen der Kunst auf die Lebenswelt aus, um die reflexive und transformierende Kraft der Kunst im Leben selbst aufgehen und wirksam werden zu lassen. Die Kunsthalle Tübingen zeigt einen umfassenden musealen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers mit wissenschaftlicher Kontextualisierung und Aufarbeitung seines Œuvres. Anhand verschiedener Themenfelder werden Arbeiten vorgestellt, die die interventionistisch-kritische Feldforschung Jankowskis exemplarisch veranschaulichen. Darüber hinaus entsteht unter dem Motto CITY OF LOVE mit Bewohner*innen Tübingens ein ortsspezifisches Projekt für die Universitätsstadt.

 

Kuratorin:

Dr. Nicole Fritz