INNENWELTEN

Sigmund Freud und die Kunst

28.10.2023 - 03.03.2024

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts das Menschenbild revolutioniert. Seine Erforschung des „Unbewussten“ wurde zum Motor der europäischen Avantgarde seiner Zeit und wie kein anderer prägte er die Kultur des 20. Jahrhunderts. So hatte seine Vorstellung, dass das menschliche Fühlen, Denken und Handeln stark vom Unbewussten beeinflusst ist, zu Beginn des letzten Jahrhunderts die europaweite Künstlerbewegung des Surrealismus mitbegründet. Unter den Expressionist*innen löste seine Seelenkunde eine Suche nach dem Selbst aus.

Angeregt von Freud versuchen in der unmittelbaren Nachkriegszeit auch Künstler und Künstlerinnen des Informel und des Abstrakten Expressionismus in Europa wie in Amerika die schöpferischen Kräfte des Unbewussten in der Malerei zu materialisieren. Die in Kooperation mit dem Sigmund Freud Museum Wien entwickelte Ausstellung spürt der Rezeption der Freudschen Theorien in der Kunst des 20. Jahrhunderts bis heute nach: Von kreativen Verfahren zu Beginn des letzten Jahrhunderts, die die Innenwelten zu materialisieren suchen, über die existenzialistischen Ansätze der Nachkriegszeit bis hin zur Konzeptkunst der 1980er Jahre und zu feministischen Positionen der Postmoderne, die das Erbe des Denkmeisters der Psychoanalyse in der Sprache der Kunst mitunter auch kritisch reflektieren.

 

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Sigmund Freud Museum Wien

Kuratorinnen: Dr. Nicole Fritz und Monika Pessler

DANIEL RICHTER

06.05.2023 - 03.10.2023

Daniel Richter (1962) zählt zu den bedeutendsten Malern seiner Generation. Über die letzten drei Jahrzehnte hat der heute in Berlin und Wien lebende Künstler mit einer unermüdlichen schöpferischen Kraft und Experimentierfreudigkeit ein großes Œuvre geschaffen.

Der vitale und vielschichtige Bilderstrom Daniel Richters speist sich sowohl aus bestehenden Bilderwelten als auch aus inneren Imaginationen – er ist subjektiv und kollektiv zugleich. Indem Richter Versatzstücke der Populärkultur, der Medien und Stilelemente der Kunstgeschichte emotional auflädt, führt er den expressionistischen Unmittelbarkeitsgestus auf konzeptuelle Art und Weise weiter und befragt die Möglichkeiten der Malerei jenseits stilistischer Festschreibungen immer wieder neu.

Die retrospektiv angelegte Schau der Kunsthalle Tübingen stellt das Schaffen Daniel Richters – in seinen Haupt- und Nebenwegen – erstmals seit vielen Jahren wieder in Deutschland im Überblick aus. Die Ausstellung entsteht in engem Austausch mit dem Künstler und wird eigens für die Räume der Kunsthalle Tübingen entwickelt.

 

Kuratorin: Dr. Nicole Fritz

Kuratorische Assistenz: Lisa Maria Maier