SUPERNATURAL

SKULPTURALE VISIONEN DES KÖRPERLICHEN

10.10.2020 - 07.03.2021

Nach der Ausstellung ALMOST ALIVE, die im Sommer 2018 in der Kunsthalle Tübingen zu sehen war und hyperrealistische Skulpturen der Pioniergeneration bis zur Jahrtausendwende präsentierte, fragt die Ausstellung SUPERNATURAL nach der Zukunft der Körperlichkeit im Zeitalter des Anthropozän.

 

Wir haben durch die Corona-Krise in den letzten Monaten sprichwörtlich am eigenen Leib erfahren, dass sich unser Verständnis der Welt und von uns selbst derzeit tiefgreifend verändert. So ist es mittlerweile überdeutlich, dass die Umweltzerstörung und die Möglichkeiten mittels digitaler Technik und Gentechnologie den Körper innerlich und äußerlich zu erfassen, ihn zu manipulieren und zu verändern auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Selbstwahrnehmung des Menschen haben werden.

Zukünftig werden wir in der Lage sein, alles Lebendige – die Natur, die Tierwelt und die Ebenbilder des Menschen –existenziell zu verändern. Wie werden die Körper der Zukunft aussehen? Wer oder was werden wir sein? In welcher Umwelt werden wir leben?

Werden wir angesichts humanoider Roboterwesen erst erkennen, was den Menschen wirklich ausmacht? Werden wir die humanen Fähigkeiten wie Empathie, Fantasie und Intuition zukünftig als menschliche Alleinstellungsmerkmale bewusst entwickeln oder es zulassen, dass unser psychisch-mentaler und emotionaler Resonanzraum schwindet und wir selbst zum fremdbestimmten Roboterwesen mutieren? Der seelenlose Cyborg Andro Wekuas und die sensiblen, der Natur zugewandten Selbstporträts Fabien Mérelles markieren die beiden gegensätzlichen Pole des in der Ausstellung Supernatural mittels hyperrealistischer und realistischer Skulptur entfalteten Themenfeldes.

Die in der Ausstellung vertretenen Künstler reflektieren jedoch nicht nur Auswirkungen der digitalen Revolution und der Gentechnik auf den »posthumanen« Menschen und die Umwelt, sondern veranschaulichen auch durch hybride Eigenschöpfungen von Tier- und Pflanzenwesen, dass die Grenzen zwischen Natur und Kultur heute fließend geworden sind.

Zu sehen sind Skulpturen von Künstlerinnen und Künstlern aus elf unterschiedlichen Ländern der Welt. Diese sind nach den Themen – Technik-Mensch Metamorphosen, Hybrid Others, Post Nature und Künstler 4.0 – gruppiert. Entstanden ist ein aufrüttelnder und teilweise auch verstörender Parcours, der einem im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ geht und anregt, sich mit den Fragen unserer Zeit anhand post-humaner Skulptur auseinanderzusetzen.

 

Konzept von Nicole Fritz

Kuratiert von Nicole Fritz und Maximilian Letze

 

Gefördert von

                 

 

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Daniel Knorr

We make it happen

27.06.2020 - 20.09.2020

DANIEL KNORR (1968 Bukarest) zählt zu den innovativsten Konzeptkünstlern seiner Generation. Die ortspezifischen Installationen des Biennale- und documenta-Teilnehmers sorgten in der Vergangenheit für viel Aufsehen. So ließ er anlässlich der documenta 14 weißen Rauch aus dem Zwehrenturm über Kassel aufsteigen und löste 2005 mit einem ›leeren‹ Pavillon, mit dem er sein Heimatland Rumänien bei der Biennale in Venedig vertrat, eine politische Debatte aus.

Neben den Projekten im öffentlichen Raum hat der heute in Berlin und Hongkong lebende Künstler seit den 1990er Jahren ein vielseitiges Oeuvre geschaffen, das neben Fotografie, installativ-skulpturalen Arbeiten auch Performances und partizipatorische Aktionskunst umfasst. Da Daniel Knorrs Werke in den letzten Jahrzehnten zwar auf Ausstellungen, Kunstmessen und im öffentlichen Raum zu sehen waren, aber ein Blick auf das Gesamtwerk bislang fehlt, zeigt die Kunsthalle Tübingen die deutschlandweit erste umfassende Ausstellung des Künstlers mit dem Schwerpunkt auf seinen neuesten Werkgruppen.

Kuratiert von Nicole Fritz

 

Mit freundlicher Unterstützung von

 

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